Warning: session_start(): open(/var/www/web89/phptmp/sess_e3455rak073303eef68nne6567, O_RDWR) failed: Disk quota exceeded (122) in /var/www/web89/html/index.php on line 24
FF-Wotzdorf :: Aus unserer Chronik - Teil 2
Name:
Passwort:

» 

Aus unserer Chronik - Teil 2Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf

25 Jahre nach Gründung der Wehr, im Jahr 1927 wurde die Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf mit einer Motorspritze ausgestattet, was die Schlagkraft um ein vielfaches steigerte. In den späteren Presseberichten über Brände in der Umgebung wird immer wieder über die Leistungsfähigkeit der Wotzdorfer durch diese Motorspritze berichtet. Bereits am 15. Februar schließt die Gemeinde Wotzdorf einen Vertrag zum Kauf einer vierrädrigen Motorspritze mit 600 l Förderleistung zum Preis von 5100 Reichsmark ab. Zusätzlich wurden Schläuche für 500 RM bestellt.

Bereits am 4. September findet anläßlich einer Übung bei Josef Fisch in Wotzdorf eine Besprechung über die Wasserreserven in Wotzdorf und Steinberg statt. Durch die Leistungsfähigkeit der neuen Spritze sind die Reserven nun viel zu klein.

Der erste Einsatz mit der neuen Motorspritze folgte dann am 6. April 1928, worüber aus der Chronik folgendes zu entnehmen ist: Ausrücken mit der Motorspritze zum Brand nach Lieblmühle. Es brannte beim Riedl der Stadel und die halbe Stallung nieder. Der Brand wurde um 7 Uhr abends gemeldet. Als unsere Spritze eintraf wurde das Feuer gleich gedämpft und griff nicht mehr weiter. Ebenso die weiteren zwei Berichte der Brände im gleichen Jahr: Ausrücken mit der Motorspritze am 15. September zum Brand in die Wastlmühle. Es brannte der Stadl nieder, das Haus wurde gerettet als unsere Spritze ankam wurde das Feuer gleich matter es ging alles in Ordnung vor sich und am 9. Oktober: Ausrücken mit Motorspritze zum Brand nach Oberdiendorf. Es brannte der Stadl und der halbe Dachstuhl des Bauern Höfler weg. Als unsere Spritze auffuhr war das Feuer gleich bereits getötet. Es ging alles in Ordnung vor sich.

Man spürt aus diesen Aufzeichnungen deutlich den Stolz über diese neue Spritze und der damit verbundenen Möglichkeit, tatkräftig Hilfe leisten zu können. In Zeiten größter Not, die damals bei uns herrschte, und die Kommunen praktisch mittellos waren, war die Anschaffung dieser Spritze durch die Gemeinde schon etwas be-sonderes.

Am 11. November 1928 zeigt sich auch die große Not bei einer Generalversammlung. Hier wird beschlossen, keine Christbaumversteigerung und keinen Feuerwehrball abzuhalten. Die Mitglieder waren damit einverstanden, daß jeder Mann lieber 1 Mark zahlt, wenn diese Veranstaltungen ausfallen.

Am 13. Juli 1929 fand eine weitere Inspizierung statt, worüber in der Hauzenberger Rundschau folgender Artikel enthalten war:

Inspizierung der Feuerwehren Wotzdorf und Oberdiendorf durch den Bezirksvertreter Herrn Stadler, Bärnbach. Die freiw. Feuerwehr Wotzdorf ist mit 59 Mann angetreten. Zu-erst wurden die Armaturen und das Exerzieren besichtigt. Unter dem schneidigen Kommando ihres Kommandanten Math. Stemplinger zeigte sich die stram-me Disziplin, die in der Feuerwehr herrscht. Der Stadel des Herrn Georg Fisch in Wotzdorf wurde als Brandobjekt angenommen und mit 3 Strahlrohen bekämpft. Auch die freiw. Sanitätskolonne Hauzenberg war an der Übung beteiligt und nahmen sich der Scheinverwundeten an. Bei der Ansprache des Bezirksvertreters, bei der er die Leistungen der Männer besonders würdigte, sagte er auch der Gemeinde Dank für die Unterstützung der Wehr, zugleich bat er aber auch die Gemeinde um Unterstützung für den dringend notwendigen Schlauchturm.

Die einzig mögliche Alarmierung bis zur Anschaffung der ersten Sirene war das Leuten der Stürmerin im Kirchturm der Hauzenberger Pfarrkirche. Verantwortlich für die Alarmierung war zu der Zeit Herr Chorigent Kirchhammer. Da bis jetzt bei jeder Brandröte die Alarmglocke geläutet wurde, sollte nunmehr erst auf Anordnung des Kommand- anten oder seines Stellvertreters alarmiert werden. Die umliegenden Gemeinden mußten fast 1 Jahre gegen diese Regelung kämpfen, da diese Anordnung eine schnelle Alarmierung behinderte. Auch in unserer Wehr waren nicht immer alle einer Meinung, so wurde am 5. Januar 1930 die Vorstandschaft abgelehnt. Erst nach langer und ein- gehender Diskussion wurde die Ablehnung zurückgezogen.

Mit Datum vom 31. Juni ist in der Chronik vermerkt: Heute wurde der freiw. Feuerwehr Wotzdorf die Motorspritze übergeben von einem Vertreter der Firma Paul Ludwig, Bayreuth und dem Be- zirksvertreter Herrn Johann Stadler von Röhrnbach. Bei einer gemütlichen Unterhaltung in Oberholz hielten folgende Herrn eine kurze Ansprache: Der Bezirksvertreter, der Herr Bürgermeister Haßenöhrl von Leoprechting und der Herr Bürgermeister Stemplinger von Wotzdorf. Dann dankte unser Vorstand Herr Krenner allen Herren, die sich für die Motorspritze in Wotzdorf eingesetzt haben.

In einem Protokoll vom 27. Juni 1927 ist vermerkt: Überprüfung der pferdebefahrenen Motor- spritze mit dem Vermerk: anstandslos abgenommen und rückhaltlose Anerkennung. Strahlwurfweite bei mittlerem Gegenwind mit 18,2 mm Mund- stück 38 m, bei 14 mm Mund- stück zweistrahlig 32 m. Wasser- lieferung bei 5 atü und 50 m Ge- samtförderhöhe ergibt rechner- isch 500 Ltr., bei freiem Auslauf etwa 600 Liter

 

 

Mit Ende des Jahres 1930 begann die wohl größte Einsatzserie unserer Wehr; ein Brandstifter ging um.

 

Als erstes brannte es beim Straß- weber Alois Falkner.

 

Am 2. Dezember wurde um 5 Uhr früh Feuer gelegt, worauf das Wohn- haus, der Stall und der Stadel nie- derbrannten.

Über den Brand beim Böhm in Wotzdorf steht folgendes in der Chronik: Am 11. Februar um 2 Uhr Nachts brannte der Stadl und Stall der Geschwister Krinninger in Wotzdorf ab. Unsere Feuerwehr war gleich am Brandplatz anwesend es kam auch die Spritze von Berbing gleich. Ebenfalls um 1/2 3 früh die Feuerwehr Oberdiendorf. Durch gute Zusammenarbeit war das Feuer um 1/2 5 Uhr gelöscht. Es waren nur 2 Spritzen, Berbing und Oberdiendorf, und die Motorspritze ist gebrochen und außer Dienst gesetzt worden.

Ebenfalls der Chronik entnommen: Brand um 2 Uhr nachts in Wotzdorf beim Anwesen des Bauern Josef Fisch. Es brannte der Stadl die halbe Stallung und ein Viertel vom Haus weg mit knapper Not wegen der grimmigen Kälte konnten wir den Rest noch löschen. Unsere Feuerwehr war gleich am Brandplatz erschienen, ebenso die Spritze von Berbing. Es kamen auch bald die Feuerwehren von Oberdiendorf, Hauzenberg, Jahrdorf und Raßreuth und um 5 Uhr früh war das Feuer gelöscht.

 

Große Aufregung herrschte lt. Hauzenberger Rundschau über die Verhörmethoden der Polizei: Bauer Fisch erlitt in einem Polizeiauto einen Herzanfall wegen der Unterstellungen, selbst den Brand gelegt zu haben um die Brand- versicherung auszunutzen, was die Wotzdorfer Bevölkerung sehr erregte. Man stellte sogar in den Raum geschlos- sen aus der Brandversicherung auszutreten, um nicht solchen Unterstellungen ausgeliefert zu sein.

 

Für die erschreckende Mehrung von Brandstiftungen wurden von den Nationalsozialisten die Kommunisten verant- wortlich gemacht.

 

Am 16. Juli mußte unsere Wehr nach Kaltrum zum Strahbauern Heinrich. Dort war um ½ 3 Uhr nachts Feuer ausge- brochen. Bereits am 20. Juli brach um 2 Uhr früh im Anwesen Schätzl (Griesl) in Oberdiendorf wieder Feuer aus und vernichtete Stall und Stadel. Eine Woche später, am 27. Juli brennt um 3 Uhr früh Stall und Stadel beim Höferkrieg (vormals Keindl) in Oberdiendorf und am 2. August Haus und Stadel des Ferdinand Schätzl in Neuhäusl. Die größte Katastrophe jedoch ist für den 27. September in unserer Chronik vermerkt: Des Nachts um 10 Uhr brannte der Stadel und Stallung des Gastwirts Martin Amsl nieder. Unsere Wehr war in 10 min am Brandplatz erschienen und in einer halben Stunde war das Feuer bereits gelöscht. Und als die Feuerwehr um 1/2 12 Uhr nachts gut Zuhause war und alles wieder in Ordnung brachte, wurde schon wieder Alarm geblasen und es brannte in Oberdiendorf der Stadel beim Schmiedbauern völlig nieder und ebenfalls der Stadel und Stallung des Bauern Böcker nieder. Unsere Wehr war bis den anderen Tag 6 Uhr abends an der Brandstelle gewesen. In einer Nacht 3 Brände in Oberdien-dorf.

Wenn man sich in die Lage der damaligen Haus- und Hofbesitzer versetzt, die jede Stunde mit einer Brandlegung zu rechnen hatten, versteht man auch den Argwohn gegen alles Fremde oder Verdächtige. Viele Mutmaßungen brachten zusätzliche Unruhe in die Bevölkerung. Die Brandversicherung setzte 5000 Reichsmark Belohnung zur Erfassung des Brandstifters aus.

Im Jahr 1931 bekam unsere Wehr eine eigene Sirene. Man war nun nicht mehr von der Sturmglocke in Hauzenberg abhängig, die ihren Dienst über Jahrhunderte geleistet hat. Am 7. März war erster Probealarm. Die Sirene wurde von der Firma Deschl aus Passau, die in Knödlsed zu der Zeit das E- Werk betrieb, gestiftet. Von der Firma Matthias Bauer (Zimmerbauer) Bauunternehmung in Hauzenberg wurde kostenlos der Schlauchturm errichtet. Die Versammlungen nach den Übungen wurden ab dieser Zeit vermehrt in der Kantine der Firma Kusser abgehalten, was den weiten Fußweg nach Hauzenberg ersparte.


All Rights by FF-Wotzdorf - Design by FF Wotzdorf

Warning: Unknown: open(/var/www/web89/phptmp/sess_e3455rak073303eef68nne6567, O_RDWR) failed: Disk quota exceeded (122) in Unknown on line 0

Warning: Unknown: Failed to write session data (files). Please verify that the current setting of session.save_path is correct (/var/www/web89/phptmp) in Unknown on line 0