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Aus unserer Chronik - Teil 4

 

Unter Kommandant Matthias Falkner (Danenhiasl) und 1. Vorstand Albert Bauer (Franzlhiaslalbert) die 1948 die Führung der Freiwilligen Feuerwehr übernehmen, beginnt der Neuaufbau der Wehr. Die nun seit 10 Jahren nicht mehr benutzte Fahne, deren Verwendung verboten war, wird dem Kloster Thyrnau zur Renovierung übergeben. Die Feuerwehrhelme werden neu lackiert und in der Bevölkerung wird eine Sammelaktion zur Beschaffung von Schläuchen gestartet. In der Kusserkantine veranstaltet der Trachtenverein "Immergrün" Wotzdorf am 6. Januar einen bunten Abend für diesen Zweck. Am 26. September findet wieder der erste Feuerwehrball nach dem Krieg in der Turnhalle statt. Der nächste Feuerwehrball fand bereits am 23. Januar, ebenfalls in der Turnhalle statt, wobei ein Überschuß DM 278,18 erzielt werden konnte. Am 16. April 1950 spielt der Trachtenverein das Theater "Almrausch und Edelweiß" wiederum zugunsten unserer Wehr in der Kusserkantine.

Man spürt trotz der noch großen Not in der Bevölkerung eine deutliche Aufbruchstimmung. Man kann jetzt sogar aus der Feuerwehrkasse 374 DM zur Anschaffung von Schläuchen an die Gemeinde übergeben. Nachdem ja im dritten Reich spezielle Abzeichen verwendet wurden, mußten auch die Feuerwehrabzeichen erneuert werden. Den Schulterabzeichen folgten nun die jetzigen Ärmelabzeichen und Kragenspiegel. Egidi Wenzel, der zu dieser Zeit beim Kommandanten Matthias Falkner wohnte und Erwin Schauer aus Fürsetzing schneiderten neue Uniformen, wobei die Anfertigung von einem Feuerwehrrock rund 25 DM kostete.

Mit dem Jahr 1950 war auch wieder die Zeit der Gründungsfeste und Fahnenweihen gekommen. Viele umliegende Wehren wurden ja um 1900 gegründet und feierten jetzt ihr 50jähriges Bestehen. So beteiligte sich unsere Wehr in diesem Jahr bei Festen in Thyrnau und Raßberg. Die ersten Brandeinsätze nach dem Krieg sind erst wieder im Jahr 1953. Am 28. August brennt es in Raßbach und am 21. Oktober beim Gidibauer in Grub. Am 4. September 1954 erhält die Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf die neue Tragkraftspritze TS6. Kommandant Matthias Falkner und Maschinist Matthias Krinninger übernehmen die neue Spritze von einem Vertreter der Firma Paul Ludwig aus Bayreuth.

Das vom späteren Landrat des Landkreises Passau, Herrn Baptist Kitzlinger, Bäckermeister aus Sandbach ins Leben gerufene Leistungsabzeichen für Feuerwehren, das bald in ganz Bayern eingeführt wurde, wurde auch von der Wotzdorfer Wehr abgehalten.

Am 5. Mai 1955 begannen 2 Gruppen unter Kommandant Matthias Falkner mit den Übungen. Nach einer vier-wöchigen Übungsphase legten beide Gruppen am 6. Juni 1955, jetzt unter Kommandant Ludwig Bauer die Prüfungen zum Leistungsabzeichen in der Stufe "Bronze" ab. Die Abnahme erfolgte durch Kreisbrandinspektor Baptist Kitzlinger

 

 

Nach dem Matthias Falkner zum 1. Bürgermeister der Gemeinde Wotzdorf gewählt wurde, legte er das Amt des 1. Kommandanten nach 8 Jahren ab.

 

Ludwig Bauer, Sattlermeister aus Wotzdorf ( Straßweber Wiggl) übernahm nun das Amt des ersten Komman- danten. In der Generalversammlung am 6. Januar 1957 wird Franz Rosenberger ( Urbal) aus Steinberg zum 1. Vorstand der Wehr gewählt. Fanz Rosenberger und Ludwig Bauer bildeten nun über lange Jahre ein unzer- trennliches Gespann, das sich mit großem Einsatz der Wotzdorfer Wehr widmete.

 

Die Mobilität der Wehr und somit die Schlagkraft wurde durch die Anschaffung eines VW Kombi (TSF) erheblich gesteigert. Damit das neue Fahrzeug im Feuerwehrgerätehaus Platz fand, mußten die Spiegel ein geklappt werden, um die Einfahrt passieren zu können. Schlaflose Nächte bereitete das neue Fahrzeug dem Komman- danten, da die jungen Wehrmänner die geforderten Bewegungsfahrten oft sehr lange ausdehnten; besonders "der Spatzer in der Schönau" mit den zwei blonden Wirtstöchtern war beliebtes Ziel der Wotzdorfer. Ein oft ge-hörtes Schimpfen des Kommandanten Ludwig Bauer: "A Weda steht hint, und de Saubuam hand mit´m Feiawehrauto nu net da; iatz kriagn´s es aba nimma." Nach einigen Tagen mußte dann der "Stüblhias" (Matthias Krinninger, der spätere 1. Vorstand) auf Bitten seiner Kameraden wieder zum " Wiggl", mit dem Hinweis " du kannst eahm am bessan a". Nach einer eingehenden Belehrung durch den Kommandanten wurde dann die nächste Bewegungsfahrt gestartet.

 

 

 

 

Zum sechzigjährigen Jubiläum unserer Wehr lies man im Kloster Thyrnau die Fahne renovieren, neue Fahnen- bänder wurden gekauft und eine neue Fahnenbandscheibe angebracht. Diese Erneuerung der Fahne kostete 500 DM, für die damalige Zeit eine gewaltige Summe.

 

Nachdem die Aufbauarbeit der Nachkriegszeit, das sogenannte Wirtschaftswunder auch im privaten Bereich seinen Niederschlag fand, wurden auch die Aktivitäten im Vereinsleben deutlich vermehrt. Neben den weltlichen und kirchlichen Festen sowie den Fahnenweihen der Nachbarvereine mehrten sich auch die Kameradschaftsabende und Versammlungen.

 

Besondere Beliebtheit erlangten die Christbaumversteigerungen mit den Versteigerern Xaver Esterbauer und Dieter Kroll im Gasthaus Koller.

 

Die Einsätze beschränkten sich zu dieser Zeit auf die herkömmlichen Fälle von Bränden durch Blitzschlag, Überhitzung von Heustöcken oder defekte elektrische Leitungen. Das die Freiwillige Feuerwehr seit ihrer Gründung ihre verstorbenen Kameraden auf ihrem letzten Weg zum Friedhof begleiteten, ist selbstverständlich. So wurde am 20. Dezember 1965 der verdiente Feuerwehrkamerad Matthias Krinninger sen., ehemals Kassier und Maschinist, zu Grabe getragen.

 

Am 6. Januar 1970 wird Matthias Krinninger jun. in der Generalversammlung zum neuen 1. Vorstand unserer Wehr gewählt. Der bisherige Vorstand Franz Rosenberger, legte sein Amt nach 13 Jahren vorbildlicher Ausübung nieder. In der gleichen Versammlung wird Ernst Grein zum zweiten Kommandanten und ein Jahr später, am 6. Januar 1971 zum ersten Kommandanten gewählt. Damit beginnt eine neue Ära in unserer Wehr. Müde, nach 15 Jahren Verant- wortung als erster Kommandant legte Ludwig Bauer sein Amt nieder, stand aber noch als zweiter Kommandant bis 1978 "den Jungen" zur Seite.

 

Am 30. Juni erhält die Wehr vom Gemeinderat die Mitteilung, das ein neues Feuerwehrhaus gebaut wird, und am 2. August gleich die zweite erfreuliche Nachricht von der Beschaffung eines neuen Fahrzeuges (LF 8).

 

Das alte Feuerwehrhaus wird bereits 1971 wegen Straßenverbreiterung abgerissen, während das neue Feuer- wehrhaus im Laufe des ersten Halbjahres 1972 fertiggestellt wurde.

 

Am 4. Dezember 1972 konnte das neue LF8 Magirus Deutz in Ulm abgeholt werden.

 

 

 

 

 

Gebührend feierte man dann am 30. Juni und am 1. Juli 1973 die Einweihung beider Anschaffungen. Bei dieser Feierlichkeit wird Ludwig Bauer zum Ehrenkommandanten ernannt.

 

 

Ab 6. Januar 1976 wird Matthias Krinninger vom 2. Vorstand Johann Stemplinger ( Riedl Hans) aus Berbing unterstützt. Zu diesem Zeitpunkt zählt die Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf 253 Mitglieder.

 

Neben den Bränden auf Bauernhöfen und Privathäusern die bisher zu bekämpfen waren, kommt nun für die Wotzdorfer Wehr eine Reihe von Einsätzen im Industriebereich hinzu. Am 25. August 1973 erfolgte eine erste Alarmierung wegen Brand der Sägespänedeponie am Schachet. Nicht abreißen wollten die Alarmierungen wegen Schwellbränden und Explosionen bei den Holzwerken Kusser.

 

Der Bereich der technischen Hilfeleistung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der vermehrte Straßenverkehr und die fortschreitende Technisierung der Handwerks- und Industriebetriebe bringen neue Einsatzgebiete mit sich. Während Kommandant Grein seine Wehrmänner den neuen Gegebenheiten entsprechend ausbildet und führt, entwickelt Vorstand Matthias Krinninger großen Einsatz um das Vereinsleben.

 

So wird am 18. Juni 1977 in Weiherreuth das erste Waldfest abgehalten und am 28. Juni 1979 das erste Dorffest. Feste dieser Art sind seit dieser Zeit zu einer bedeutenden Einnahmequelle für die Wehr und ein kultureller Höhepunkt für die Bevölkerung.

 

Ab 6. Januar 1978 wird Herbert Zieringer aus Hannersbüchl 2. Kommandant unserer Wehr. Zu dieser Zeit sind 36 aktive Wehrmänner sowie 271 Mitglieder gemeldet. Für die Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf ist es eine große Ehre, am 6. Juli 1980 die Patenschaft bei der Fahnenweihe unserer Nachbarn, der Freiwilligen Feuerwehr Raßberg, anläßlich ihres 80jährigen Gründungsfestes übernehmen zu dürfen.

 

Da die 1903 geweihte Fahne unserer Wehr nun seit annähernd 80 Jahren im Einsatz ist, entschließt man sich im Jahr 1983 eine neue Fahne zu weihen. Bereits in der Generalversammlung 1982 wird bekannt gegeben, das Hermine Fisch aus Wotzdorf das Amt der Fahnenmutter übernimmt. Um finanziell gut vorbereitet in dieses Fest zu gehen, wird aus diesem Anlaß eine Christbaumversteigerung abgehalten, bei der ein Reinerlös von 16.300,-- DM erzielt wurde. Hier zeigte sich besonders, welche Bedeutung die Wehr in der Bevölkerung genießt. Am 18. Oktober 1982 konnte die neue Fahne in der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling bestellt werden.

 

 

Das große Fest konnte nun vom ersten bis dritten Juli 1983 gefeiert werden. Man entschloß sich in Hauzenberg das Fest abzuhalten. Am Stadion wurde ein großes Festzelt aufgestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Raßberg übernahm die Patenschaft. 80 Vereine mit 65 Fahnen bildeten laut PNP- Bericht vom 5. Juli einen der größten Festzüge, die Hauzenberg in letzter Zeit gesehen hatte. Kooperator Gotthard Weiß, ministriert von zwei Wotzdorfer Wehrmännern hielt einen eindrucksvollen Gottesdienst und weihte die neue Fahne. Landrat Baptist Kitzlinger lobte die Schlagkraft der Wotzdorfer Wehr und dankte der Fahnenmutter Hermine Fisch und den Mädchen, die das Fest verschönten. Er nannte die neue eben geweihte Fahne das "Feldzeichen, um das sich die Männer scharen in ihrem Dienst am Nächsten".

 

 

Während die bewährten Vorstände, Matthias Krinninger und Hans Stemplinger weiter ihr Amt ausfüllen, übernimmt Herbert Zieringer aus Kaltrum am 21.März 1986 die Wehr als 1. Kommandant. Sein Stellvertreter wird Horst Fesl aus Wotzdorf. Erst Grein war 15 Jahre lang, seit 1971 erster Kommandant unserer Wehr. Ernst Grein wird 1989 zweiter Vorstand und ob seiner Verdienste um die Freiwillige Feuerwehr Wotzdorf 1996 zum Ehrenkommandanten ernannt.

 

Unter der Führung von Herbert Zieringer wird die Wehr weiter ausgebaut. So beschafft die Stadt Hauzenberg am 4. November 1987 eine Atemschutzausrüstung mit vier Preßluftatmern, vier Ersatzflaschen und 12 Masken zum Preis von 15.226,98 DM. Hierzu hat unsere Wehr 15% Eigenleistung zu erbringen.

 

In der Generalversammlung am 6. Januar 1995 im Gasthaus Koller wird Fritz Amsl aus Wotzdorf zum 1. Vorstand gewählt. Er löst damit Matthias Krinninger aus Wotzdorf ab, der 25 Jahre, also ein viertel Jahrhundert unsere Wehr führte. Für seinen überragenden Einsatz um die Wotzdorfer Wehr wird der "Stüblhias" in der gleichen Versammlung zum Ehrenvorstand ernannt.

 

10 Jahre nach seinem Amtsantritt als 1. Kommandant schafft es Zieringer, das die Wotzdorfer als eine der ersten Wehren ein LF8/6 mit 600 Litertank bekommt.

 

1998 ist die "Ära Zieringer" vorbei. Hierzu schreibt die Passauer Neue Presse: Der Abschied fiel ihm nicht leicht, aber jetzt müssen eben "die Jungen ran", wie Zieringer sich ausdrückte: Herbert Zieringer, seit 25 Jahren bei der Wotzdorfer Feuerwehr, gibt sein Amt weiter an Gerhard Danaubauer. Zieringer, seit 1976 stellvertretender Kom- mandant und dann ab 1986 an der Spitze der Aktiven, wurde von Kreisbrandrat Franz Silbereisen mit dem silb- ernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Zieringer gilt als Atemschutzpionier der Wotzdorfer Wehr, der Ankauf des allradgetriebenen Feuerlöschfahrzeuges mit Wassertank fiel unter seine Regie. Ehrenkommandant Ernst Grein brachte die Leistungen Zieringers auf den Punkt: "Er hat Geschichte geschrieben in unserer Wehr, positive Ge- schichte. Dafür gebührt ihm unser Dank." Herbert Zieringer vertrat bislang im Kreisfeuerwehrverband die Kom- mandanten. Was ihm an der Wotzdorfer Wehr besonders imponiert: "Die Kameradschaft und der Zusammenhalt, wenn es darum geht, schwierige Einsätze und schlimme Erlebnisse bei Unfällen aufzuarbeiten."

 

Seit 1998 führt nun Gerhard Donaubauer als 1. Komandant unsere Wehr mit 60 aktiven Feuerwehrkameraden und 417 Mitgliedern in ein neues Jahrtausend, mit der Aufgabe und dem selbstlosen Bestreben, mit Gottes Hilfe dem Nächsten in Not zu helfen.

 


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